Mittwoch, 28. Oktober 2015

DIE PAN-TRILOGIE, BAND 1: DAS GEHEIME VERMÄCHTNIS DES PAN

Titel: Die Pan-Trilogie, Band 1: Das geheime Vermächtnis des Pan
AutorIn: Sandra Regnier
Verlag: Impress
Erscheinungsdatum: 2013
Umfang: 415 Seiten

Felicity Morgan ist nicht gerade das, was sich die Elfenwelt unter ihrer prophezeiten Retterin vorgestellt hat. Sie ist achtzehn, trägt immer noch eine Zahnspange, hat keinen Sinn für schicke Klamotten und scheint niemals genügend Schlaf zu bekommen. Leander FitzMor hingegen, der Neue an Felicitys Schule, ist der wohl mit Abstand bestaussehendste Typ Londons. Um keinen coolen Spruch verlegen und zu allem Überfluss auch noch intelligent – denkt Felicity, die Gott sei Dank nicht auf arrogante Frauenschwärme steht. Auch wenn diesen Leander immer jener seltsam anziehende Duft nach Heu und Moos umgibt und er sie manchmal anschaut, als könne er ihre Gedanken lesen. Aber das Schlimmste an dem Ganzen ist, dass er einfach nicht mehr von ihrer Seite weichen will…

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Dieser Roman hat alles, was man von einem romantischen Fantasy-Jugendbuch erwartet: eine jugendliche Heldin, die eher eine graue Maus ist; einen strahlend schönen Neuen an der Schule; eine sympathische Freundesclique und die dazugehörigen oberflächlichen Zicken in der anderen Clique; mystische, nicht ganz erklärliche Momente; Figuren, die nicht menschlich erscheinen; unerwartete Ausflüge in andere Welten.

Was der Roman außerdem zu Hauf hat, ist Humor. Nicht nur der Plot ist reichlich gespickt mit witzigen Szenen, auch die Sprache ist locker, bisweilen sogar flapsig, mit der einen oder anderen Prise Ironie. Vieles, was man in diesem Buch liest, kennt man schon aus anderen Geschichten. Doch die Art und Weise, wie es präsentiert wird, machen den Roman sehr lesenswert. Besonders gelungen finde ich beispielsweise Sandra Regniers famose Hommage an Robert Pattinson…oder war es doch Richard Cosgrove?

„Lee wirkte in dem düsteren Pub so fehl am Platz wie ein Schwan unter Hühnern.“ (Kapitel „Im Pub“)

Insgesamt fühlt sich das Buch an wie eine niedergeschriebene Fernsehserie, was mein größter Kritikpunkt an Das geheime Vermächtnis des Pan ist. Gerade im ersten Teil wiederholen sich die immer gleichen Tagesabläufe doch recht häufig. Felicity kommt zu spät zur Schule, wird von den Mädels im Star Club gehänselt, von ihren Freunden wieder aufgebaut, und der geheimnisvolle, atemberaubend gutaussehende neue Schüler Lee setzt sich neben sie, obwohl er doch eigentlich eher bei den Reichen und Schönen sein sollte. Dieser Alltag wiederholt sich in beinahe jedem Kapitel, mit kleinen Abweichungen. Im Laufe der Geschichte bekommt der Leser zwar immer wieder neue Infohappen über Lee und seine geheimnisvolle Hintergrundgeschichte, aber meiner Meinung nach hätte man diesen ersten Teil kürzen und dafür bereits früher mit den Zeitreisen beginnen können.

Aber in der zweiten Hälfte wird dann auch spätestens klar, dass es sich bei diesem Roman tatsächlich um ein Fantasybuch handelt, und die Handlung gewinnt an Fahrt. Ein fieser Cliffhanger am Ende des Buches sorgt dafür, dass man auf alle Fälle weiterlesen möchte.

Fazit

Für mich ist das Buch eine Art Best-of des Fantasy-Liebesromans. Fast alle gängigen Elemente sind enthalten, bahnbrechend Neues findet man nicht. Das ist aber auch nicht weiter nötig, denn das, was der Roman macht, macht er einfach gut und mit einem Augenzwinkern. Die Charaktere sind sympathisch, die Schauplätze gut beschrieben und die Sprache locker-flockig und unterhaltsam.


Der Kellner empfiehlt

Espresso con Panna mit viel Zucker, dazu ein reich belegtes Sandwich.


Wertung


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