Mittwoch, 28. Oktober 2015

OCTOBER DAYE: WINTERFLUCH

Titel: October Daye: Winterfluch
Rosemary and Rue: Book One of Toby Daye
AutorIn: Seanan McGuire / Übersetzer: Michael Krug
Verlag: LYX / orig. DAW
Erscheinungsdatum: dt. 2012 / orig. 2009
Umfang: 432 Seiten (dt.)

October Daye ist halb Mensch, halb Fee. Sie hat sich vom Volk der Feen abgewandt, um ein Dasein als normaler Mensch zu führen. Doch dann wird eine mächtige Fee, die Gräfin Evening Winterrose, ermordet, und Tobys Leben gerät aus den Fugen. Vor ihrem Tod hat die Gräfin October mit einem Fluch belegt, der sie dazu zwingt, ihren Mörder zu finden. Dazu muss sie jedoch in die Welt der Feen zurückkehren.

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Normalerweise gebe ich Büchern fünfzig Seiten Zeit. Wenn sie mich dann noch nicht überzeugt haben, fliegen sie in die Tonne. (Natürlich nicht. Meine armen kleinen Bücher. Sie werden mit Seidenhandschuhen zurück ins Regal gestellt oder mit entsprechend reumütigem Gesicht vom Reader gelöscht.) Winterfluch wäre diesen Weg auch gegangen, normalerweise. Aber ich hatte mit einer Freundin abgemacht, dieses Buch für einen Buchclub zu lesen, also hieß es: Zähne zusammenbeißen.

Um es kurz zu halten: Es gab einen Aspekt an diesem Buch, den ich mochte. Das war die Sprache. Ich habe das Buch im englischen Original gelesen, aber ein kurzes Reinschmökern in die deutsche Version hat gezeigt, dass auch in der Übersetzung die spritzigen Sprüche erhalten geblieben sind. Kostprobe gefällig?

Oleander de Merelands: neunhundert Jahre Garstigkeit, verpackt in eine hübsche, zierliche Hülle, die nach jeder sterblichen Norm als Sechzehnjährige durchgegangen wäre. Sie war halb Tuatha de Dannan, halb Peri und ganz und gar gesundheitsgefährdend. (Prolog)

Leider ist dieser Aspekt auch schon der Einzige, den ich an Winterfluch loben kann. Das Buch versucht, eine Mischung aus Urban Fantasy, Krimi und Liebesroman zu sein. Nichts davon wird wirklich erfüllt. Krimis leben meiner Meinung nach davon, dass ich als Leserin mitraten kann. Wer war der Mörder? Wie genau ist der Mord passiert? In einem guten Krimi weiß ich gerade ein bisschen zu wenig und werde lang genug im Zweifel gehalten. Winterfluch präsentiert mir die wichtigsten Fakten immer erst dann, wenn es bereits zu spät ist. Gemeinsam mit der Protagonistin werde ich erst ewig im Dunkeln gehalten und dann vor vollendete Tatsachen gestellt. Hochgradig frustrierend.

Die Love Story ist nebensächlich und für mich unverständlich. Ich konnte Octobers Faszination für Devin nicht nachvollziehen. Obwohl sie lang und breit über ihre gemeinsame Vergangenheit reflektiert, hatte ich an keiner Stelle Verständnis für dieses ungesunde Verhältnis. Überhaupt reflektiert October sehr viel. Und gerne über ein und dasselbe Thema immer wieder. Diese langwierigen inneren Monologe wechseln ab mit actiongeladenen Kampf- und Verfolgungsszenen, doch die Balance will sich nicht so richtig einstellen. Es fühlt sich eher so an, als würde man beim Autofahren einen Kleinkrieg gegen die Kupplung führen: Stopp – los – Stopp – los.

Die vielen verschiedenen Fae-Gattungen und ihre geheimen Höfe waren schön gestaltet und vielfältig, aber insgesamt eher konfus. Wer genau hier über wen herrscht, warum manche Faes mehr Magie haben als andere, wie genau diese Magie funktioniert – das konnte ich manchmal nur schwer nachvollziehen.

Fazit

Winterfluch ist der erste Teil einer Reihe. Für mich ist das die einzige Erklärung, warum so viele Dinge offen bleiben, warum so viele Charaktere nur kurz auftreten und wieder verschwinden, warum die meisten Fragen nicht beantwortet werden. Für mich persönlich war der Stil jedoch zu dröge, um den anderen Titeln in der Reihe eine Chance zu geben.


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Wertung


Kommentare: 2

  1. Hi :D
    Bin gerade über deinen Blog gestolpert und folge dir mal! Gefällt mit echt gut! :D
    Die Reihe hier klingt ja nicht so toll, obwohl es sich eigentlich interessant angehört hat!

    Liebe Grüße
    Jessi
    http://in-buechern-leben.blogspot.de/

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    1. Hallo René und Jessi,

      freut mich, dass euch der Blog gefällt!
      Ich habe in einigen Foren gelesen, dass die October Daye Reihe mit jedem Band besser werden soll. Die ganzen Plotholes, die ich bemängelt habe, werden wohl nach und nach geschlossen. Vielleicht habt ihr ja einen längeren Atem als ich. Leider gibt es nur die ersten drei Bände in deutscher Übersetzung, auf Englisch sind es schon 9, und vier weitere sind bereits geplant.
      Eurem Blog nach zu urteilen seid ihr ja Vielleser, vielleicht traut ihr es euch ja zu ;-) Falls ja - sagt Bescheid, ob es sich lohnt, dann gebe ich der Reihe auch noch einmal eine Chance.

      Liebe Grüße,
      Susanne

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