Samstag, 28. November 2015

KUSHIEL - DER VERRAT (DIE KUSHIEL 2)

Titel: Kushiel - Der Verrat (Die Kushiel 2)
Kushiel's Chosen
AutorIn: Jacqueline Carey / Übersetzer: Wolfgang Thon
Verlag: Heyne / orig. TOR Books
Erscheinungsjahr: dt. 2009 / orig. 2002
Umfang: 864 Seiten (dt.)

Brillant, düster, erotisch.
Nachdem die Verschwörung gegen die Königin von Terre d’Ange aufgedeckt wurde, kehrt wieder Ruhe in das Land ein. Doch dann gelingt der ebenso schönen wie gefährlichen Anführerin der Verschwörer die Flucht, und Phèdre muss sich auf die Suche nach ihrer Widersacherin begeben. Ihr Weg führt sie in die geheimnisvolle Stadt La Serenissima.

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Phèdre nó Delaunay ist nicht gemacht für ein ruhiges Landleben. Bereits nach kurzer Zeit drängt es sie zurück in die Stadt Eluas. Sie ist immerhin eine Dienerin Naamahs, der Göttin der Liebe, und will im tiefsten Inneren das tun, wofür sie ausbildet wurde: als Kurtisane arbeiten und gleichzeitig als Spionin nach der verschwundenen Melisande Shahrizai suchen.

Der zweite Teil der Kushiel-Saga ist von der Struktur her dem ersten sehr ähnlich. Ungefähr die erste Hälfte des Romans (was bei diesem Klopper von einem Buch nicht wenig ist) erzählt von eleganten Bällen, atemberaubenden Kleidern, erotischen Begegnungen und ausgeklügelten Intrigen. Nicht nur in der Hauptstadt von Terre d’Ange, auch in der Alternativversion von Venedig, La Serenissima, macht die Heldin sich auf die Suche nach Melisande, ihrer größten Feindin, aber auch ihrer größten Schwäche. Ich muss zugeben, dass ich in diesem Wust an Geheimnissen irgendwann den Faden verloren habe, und der Heldin geht es nicht anders. Bisweilen kann das mühsam sein, doch Durchhalten lohnt sich. Etwa ab der Hälfte des Buches nimmt die Handlung eine völlig andere Wendung: Phèdre verschlägt es nach Illyria, vergleichbar mit dem heutigen Kroatien, und sogar bis nach Kreta. Ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich dieses eine Stichwort fallen lasse: Piraten!

In the end, I was what I was, Kushiel’s Chosen. Strength was not my weapon, only surrender. (Kapitel 75)

Anders als im letzten Buch kriselt es diesmal zwischen Phèdre und Joscelin, zwei Verliebten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das bedeutet aber nicht, dass es in diesem Buch an Liebes- und Erotikszenen mangelt…wir sind schließlich in Terre d’Ange.

Viele der Nebenfiguren aus dem letzten Buch haben die Geschichte inzwischen verlassen, doch es kommen neue Figuren dazu, die mir persönlich sogar sympathischer sind. Phèdres Persönlichkeitsentwicklung macht im zweiten Teil einige Sprünge. Sie muss Vieles durchleiden, das geht nicht spurlos an ihr vorüber. Zudem wird immer mehr klar, wie groß der Einfluss der Götter auf die Menschen in dieser Welt wirklich ist – und Phèdre ist sogar zwei Göttern geweiht, Naamah und Kushiel.

Careys Sprache ist gewohnt blumig und ornamental, voller ausladender Beschreibungen. Nicht jedermanns Sache, genauso wie der Inhalt des Buches, der gespickt ist mit einigen expliziten, aber geschmackvoll beschriebenen Sado-Maso-Szenen.

Fazit

Die Fortsetzung knüpft nahtlos an das erste Buch an, die Leser entdecken gemeinsam mit Phèdre neue Länder in Jacqueline Careys alternativen Version Europas zur Zeit der Renaissance. Obwohl sich der erste Teil des Romans ein wenig in die Länge zieht, lohnt es sich, weiterzulesen. Ich jedenfalls kann es kaum erwarten, den nächsten Teil der Serie zu verschlingen.


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Wertung


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