Freitag, 3. Juni 2016

WENN DER SOMMER STIRBT

Titel: Wenn der Sommer stirbt
The Winter King (Teil 2)
AutorIn: C.L. Wilson / Übersetzerin: Anita Nirschl
Verlag: Bastei Lübbe / orig. Avon
Erscheinungsjahr: dt. 2015 / orig. 2014
Umfang: 414 Seiten

Erst seit wenigen Wochen herrscht Frieden zwischen den Reichen Sommergrund und Winterfels, besiegelt durch die Ehe von Sommerprinzessin Chamsin und Wynter Atrialan, dem Winterkönig. Doch der Frieden währt nicht lange. Zu Beginn des Krieges hat Wynter das Eisherz, die Essenz eines dunklen Gottes, in sich aufgenommen. Und diese Magie droht nun, ihn zu verschlingen und in einen Todesgott zu verwandeln, eine Bedrohung, schlimmer als alles, dem sich Sommer- und Winterländer je gegenübersahen ...

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Mit dem ersten Band dieser Reihe hatte ich ein paar Probleme. Zwei davon waren die Protagonisten und ihre „Beziehung“. Da ich wusste, dass diese Dilogie im Original eigentlich nur ein Buch ist, hatte ich gehofft, dass das Paar in der zweiten Hälfte langsam anfängt, sich tatsächlich zu lieben. In Ansätzen ist das gelungen, aber so richtig überzeugen konnte mich der zweite Teil dann leider doch nicht.

Dabei ist einiges passiert, was mir im ersten Teil noch gefehlt hat. Chamsin ist beispielsweise langsam nicht mehr das ständige Opfer, sondern rettet sich auch einmal selbst aus gefährlichen Situationen – mehr noch, hin und wieder ist sogar sie es, die ihren Geliebten Wynter vor dem Tod bewahrt. Ihre Wettermagie bekommt sie langsam ein wenig mehr unter Kontrolle, aber sie kommt nicht an Wynters Meisterschaft heran. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Erklärung gewünscht. Gibt es Lehrer für Wettermagie? Hängt die Gabe von der Willenskraft des Einzelnen ab?

Helos gewährt seine größten Gaben nur jenen, die ihrer würdig sind, Erbe Rolands. (Kapitel 25)

Auch Wynter versteht endlich, dass er Chamsin in der Vergangenheit schlecht behandelt hat und er wendet sich seiner Braut endlich auch emotional zu. Ulkigerweise verschwindet mit dieser aufkeimenden Liebe auch der Sex aus dem Buch … das könnte aber auch daran liegen, dass Wynter ungefähr ein Drittel des Buches beinahe tot ist.

Dass Chamsins Bruder auftauchen und ihren neuen Ehemann herausfordern wird, habe ich bereits ab dem ersten Kapitel des ersten Buches geahnt. Chamsin muss sich also entscheiden – neuer Ehemann oder alte Familienbande? An sich tolles Potential für einen inneren Konflikt, aber richtig glauben konnte ich das als Leserin nicht. Ich habe nicht daran gezweifelt, dass Chamsin sich im Zweifelsfall für Wynter entscheiden würde. Und Reika Villanis Intrige konnte man auch gegen den Wind riechen.

Wieder einmal reißen die Schauplätze und die Nebenfiguren dieses Buch für mich heraus. Die Priesterin Galacia und der Straßenjunge Krysti waren mochte ich gern. Die Handlung war spannender als im ersten Teil: Schlag auf Schlag werden die Helden mit neuen Gefahren konfrontiert, müssen sich unheimlichen Monstern im Kampf stellen und sogar die epische Schlacht am Ende bleibt nicht aus.

Fazit

Mehr Liebe, mehr Spannung, mehr Fantasy … eine verzaubernde Welt, aber leider sind mir die Hauptfiguren nach wie vor nicht sympathisch. Knappe 4 Sterne.


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Wertung


1 Kommentar: 1

  1. Da macht mich schon der Titel so traurig; ich bin doch so ein Sommerkind! :/ *g* Unsympathische Hauptfiguren sind aber eh auch nicht so meins; ich bin da zudem noch immer von Judith aus jüngst gelesenem "Maestra" verschreckt (mei, was fand ich die doof!).

    Ja, auf die Infinite-Monkey-Ausrede warte ich noch; das war nu einer der erschreckenderweise sehr wenigen Punkte, die ich mir nur ausgedacht habe, aber ich fürchte fast, nach den ganzen Plagiatsskandalen, die uns allein in diesem Jahr schon ereilt haben, wird bis spätestens in zwei Jahren irgendwer die Ausrede auch schon noch gebracht haben. (Zumal es ohnehin schon nahezu in allen Fällen so einige Plagiatsverteidiger gibt, die sich dahingehend äussern, dass "ohnehin doch schon alles geschrieben sei, dass es nur logisch sei, dass sich Geschichten mal so ähneln". Bin immer noch versucht, das Bingo auch auf Leseraussagen gemünzt umzustellen.)

    LG,
    Tanja

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