Freitag, 1. Juli 2016

CLOCKWORK PRINCE: CHRONIKEN DER SCHATTENJÄGER 2

Titel: Clockwork Prince
AutorIn: Cassandra Clare
Übersetzer: Heinrich Kopp, Franca Fritz
Verlag: Arena / orig. Walker Books
Erscheinungsjahr: dt. 2012 / orig. 2011
Umfang: 578 Seiten

Tessa hat im viktorianischen London bei den Schattenjägern ein neues und sicheres Zuhause gefunden. Doch da wird die Leiterin des Instituts entlassen - ohne ihren Schutz ist Tessa Freiwild für den grausamen Magister. Zusammen mit den beiden jungen Schattenjägern Will und Jem versucht sie, das Rätsel um den Magister zu lösen und findet heraus, dass er einen sie ganz persönlich betreffenden Rachefeldzug führt. Als dann aber auch noch ein Dämon eine Warnung an Will überbringt, wissen sie, dass sie einen Verräter unter sich haben.

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Beim österreichischen Blogger-Osterwichteln habe ich den zweiten Teil der Chroniken der Schattenjäger bekommen. Der schwere Wälzer stand jetzt schon seit einigen Wochen in meinem Regal und ich habe mich sehr darauf gefreut, wieder in Tessas London abzutauchen. Das ist mir auch gelungen - aber ich hätte nicht gedacht, dass die Reise diesmal eher langsam wird.

Zweite Teile sind immer so eine Sache, und dieses Buch hat eigentlich einen Weg eingeschlagen, den ich gut finde. Die richtig großen Action-Knaller passieren in einer Trilogie am Anfang und am Ende. Was also tun mit der langen Mitte? Die Autorin hat sich entschieden, hier mehr Fokus auf die Entwicklung der Figuren zu legen. Wir erfahren, warum der eigenbrötlerische Will so ein Griesgram ist. Sein bester Freund Jem entwickelt sich zwar nicht so radikal weiter wie Will, kriegt aber in diesem langen Roman genügend Seiten, auf denen wir ihn besser kennenlernen können. Und Tessa, die am Anfang noch naiv durch Londons Schattenwelt stolperte, wird auch langsam mutiger und kompetenter. Auch Nebenfiguren wie Charlotte oder Sophie werden näher beleuchtet, und natürlich hat der Star aller Clare-Romane, Magnus Bane, einige großartige Auftritte.

"Will, darf ich bekannt machen: Thammuz, ein untergeordneter Dämon aus der achten Dimension. Thammuz, darf ich vorstellen: Will, ein untergeordneter Schattenjäger aus … Wales, habe ich recht?" (Kapitel 2)

Dann wäre da ja noch die Lovestory. Eine Dreiecksgeschichte. Da rollen viele schon mit den Augen. Ich persönlich lehne Dreiecksgeschichten nicht per se ab, das kann eine tolle Dynamik sein. Gerade bei Männern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mich persönlich zieht diese Lovestory aber nicht so richtig in ihren Bann, weil meiner Meinung nach klar ist, dass Tessa schlussendlich William haben will. Auch wenn es in diesem Buch nicht so aussieht, aber für ihn brennt nun einmal ihre Leidenschaft, während die Sache mit Jem sanft daherkommt. Sagen wir mal so: Im echten Leben wäre Jem wahrscheinlich die bessere Wahl für Tessa. Aber das hier ist Romantasy. Es würde mich schon arg wundern, wenn am Ende von Band drei noch immer kein Paar aus Tessa und Will geworden ist. Aber ich werde es ja sehen, Band drei lese ich nämlich gerade.

Insgesamt hat mir in diesem Band ein wenig die Spannung gefehlt. Ich kann nicht genau sagen, woran es liegt, denn die Rahmenhandlung baut durchaus einiges an Druck auf. Theoretisch ist Tessa ständig bedroht. Innerhalb von zwei Wochen muss sie Mortmain finden, sonst verliert Charlotte die Leitung des Instituts und Tessa würde somit auf der Straße landen. Kurz gesagt: Sie würde höchstwahrscheinlich Mortmain in die Hände fallen oder sterben. Im Hinterkopf war mir das klar, aber ich habe diese Lebensgefahr beim Lesen trotzdem nicht so stark gespürt. Das Buch ist meiner Meinung nach einfach ein wenig zu lang geworden. Verstärkt wird dieser Eindruck dadurch, dass ich als Leserin große Teile der Welt schon kenne. Hier kommt nicht wirklich viel Neues dazu.

Clares Stil ist wie gewohnt spritzig und kurzweilig, mit einigen markigen Sprüchen. Im Gegensatz zu Band 1 habe ich diesen Roman in der deutschen Übersetzung gelesen und bin damit sehr zufrieden, bis auf ein Detail. Ich konnte nicht nachvollziehen, warum man "Clockwork" mit "Klockwerk" übersetzt hat … warum nicht einfach beim Uhrwerk bleiben? Vielleicht wollten die Übersetzer eine Parallele zum Titel herstellen? Ich bin beim Lesen jedenfalls jedes Mal darüber gestolpert.

Fazit

Clockwork Prince kommt in puncto Spannung nicht ganz an den Vorgänger heran, legt dafür aber den Fokus auf die Figurenentwicklung. Die Lovestory ist schön erzählt, meiner Meinung nach aber ein wenig vorhersehbar. Für fünf Sterne hat's knapp nicht gereicht.


Der Kellner empfiehlt

Frische Gurkensandwiches, dazu eisgekühlte Limonade


Wertung


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