Donnerstag, 21. Juli 2016

CLOCKWORK PRINCESS: CHRONIKEN DER SCHATTENJÄGER 3

Titel: Clockwork Princess
AutorIn: Cassandra Clare
Verlag: Walker Books
Erscheinungsjahr: 2013
Umfang: 565 Seiten

As Tessa Gray prepares for her wedding, a net of shadows begins to toghten around the Shadowhunters of the London Institute. Mortmain needs one last item to complete his plan. He needs Tessa. Jem and Will, the boys who lay equal claim to Tessa's heart, will do anything to save her.

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Eines muss man Cassandra Clare lassen – Figuren und Settings, das sind genau ihr Metier. Ich habe mich mit Freude wieder ins viktorianische England gestürzt und mit den liebgewonnen Figuren mitgefiebert. Aber der Plot konnte mich auch diesmal nicht ganz überzeugen.

In meiner Rezension zum zweiten Teil habe ich ja schon angemerkt, dass mir die Spannung ein wenig gefehlt hat. Diesmal ging es mir ähnlich. Und das, obwohl es an Action eigentlich nicht mangelt! Das Buch ist voller tickender Zeitbomben. Zwei der Protagonisten schweben die meiste Zeit in Lebensgefahr. Dennoch dauert es oft viele Seiten, bis dann endlich einmal etwas passiert. Und ein paar Sachen wiederholen sich für meinen Geschmack zu häufig, z. B. die schaurigen Gesänge der Köchin und die immer gleichen genervten Kommentare der Instituts-Bewohner.

"You said I am a good man", he said. "But I am not that good a man. And I am –I am catastrophically in love with you." (Kapitel 19)

Ähnlich wie auch schon in Clockwork Prince nehmen die Nebenfiguren hier so viel Platz ein, dass man teilweise das Gefühl bekommt, das Buch habe eine ganze Reihe von Protagonisten. Auch wenn mir die Figuren inzwischen ans Herz gewachsen sind, hat mir hier hin und wieder der Fokus gefehlt. In manchen Kapiteln wurde praktisch jeder Absatz aus der Sicht einer anderen Figur erzählt und die Story wurde dadurch so breit gestreut, dass ich irgendwann den Faden verloren habe.

Aber dann das Ende – für mich ein Volltreffer! Ich habe mich ein wenig in anderen Rezensionen zu diesem Buch umgesehen und festgestellt, dass einige Leser das Ende schlichtweg scheußlich fanden. Mir ging es da anders. Der Epilog hat mich berührt. Dreiecksgeschichten in Liebesromanen laufen doch meistens so ab: Es gibt zwei Kerle, die Frau kann sich nicht entscheiden, aber eigentlich ist den Lesern doch eh klar, welcher es am Ende sein wird, und die Entscheidung kommt dann kurz vor dem Happy End. Aber so einfach ist Liebe selten. Ich muss Miss Clare hier gratulieren. Dass sie sich gerade in einem Jugendbuch traut, eine Liebe zu schildern, die nicht so einfach nach Schema F abläuft, finde ich bewundernswert. Gut, ich gebe zu, für meinen Geschmack hätte das Ende weniger kitschig und perfekt sein können. Tessa kriegt ja wirklich alles. Mein perfektes Ende wäre etwas bittersüßer gewesen – ein eher vages Versprechen, dass es eine Zukunft geben könnte mit Tessa und

ACHTUNG, MASSIVER SPOILER!!!

dem wieder zum Menschen gewordenen Jem. Ich hätte es schöner gefunden, wenn er noch ein Silent Brother gewesen wäre, aber sie trotzdem füreinander hätten da sein können. Oder wenn er ihr erzählt hätte, dass die Heilung unmittelbar bevorsteht, aber er sich noch nicht sicher ist, ob es auch klappen wird. Aber gut, das sind hier meine persönlichen Wünsche und Jammern auf hohem Niveau. Prinzipiell finde ich es toll, dass Liebe so dargestellt wird, dass man auch zwei Menschen auf einmal lieben kann, gleichermaßen. Und dass alle drei Beteiligten das akzeptieren können. Solche Geschichten würde ich gern öfters lesen. Habt ihr Lesetipps für mich? Dann mal ran an die Kommentare!

Fazit

Ein bisschen langatmig, dennoch ein krönendes Finale für die Trilogie!


Der Kellner empfiehlt

Welsh Rarebit (Brot mit Käsesauce überbacken) – damit übersteht man auch einen langen Ritt nach Wales!


Wertung


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